Ein neues Leben hat begonnen

Wie Ihr sicher alle schon mitbekommen habt, sind die Zwillinge seit vorletztem Montag (15.10.) da. P. wurde um 10.17 Uhr per Kaiserschnitt geboren (2710 g, 47 cm), T. direkt danach um 10.18 Uhr (2670g, 50 cm) 🙂

Die OP war sehr anstrengend und aufregend fĂŒr mich. Ich war sehr nervös und als dann das mit der SpinalanĂ€sthesie sehr lange gedauert hat (die AnĂ€sthesieĂ€rztin hat immer wieder irgendwelche Nerven enden getroffen, was sehr unangenehm war und teilweise auch weh tat), fing ich vor lauter Aufregung und Stress an zu weinen. Das war einfach zu viel fĂŒr mich! Als dann kurze Zeit spĂ€ter die OberĂ€rztin kam und auf Anhieb die SpinalanĂ€sthesie richtig gesetzt hat, ging alles ganz schnell. Tommy wurde dann hinzugerufen und saß neben mir am OP-Tisch und hat mir fleißig HĂ€ndchen gehalten. Kurze Zeit spĂ€ter hieß es dann „Herzlichen GlĂŒckwunsch, Ihre P. ist da!“.

Der erste herzerweichende Schrei ließ nicht lange auf sich warten und fĂŒhrte zu erneuten TrĂ€nen bei mir. Das war ein so ergreifender Moment wie ich ihn noch nie im Leben erlebt habe. Beschreiben kann man dieses GefĂŒhl nicht. P. wurde uns dann ein paar Sekunden gezeigt, was auch wieder ein unglaubliches GefĂŒhl war. Sie nach so vielen Monaten endlich zu sehen….. Wahnsinn!!!! Sie wurde dann aber schnell aus dem OP getragen, weil es dort viel zu kalt war. Aber da war auch schon T. an der Reihe, der uns ebenfalls kurz gezeigt wurde. *heul* Tommy durfte anschließend den OP verlassen, um bei den Zwillingen zu sein. Ich musste ja erst noch zugenĂ€ht werden, was aber zum GlĂŒck recht fix ging. Nur ca. 30 Minuten spĂ€ter durfte ich auch in den Kreißsaal zu meiner neuen Familie, wo Tommy schon freudestrahlend mit zwei Babies auf dem Arm auf mich wartete. NatĂŒrlich war ich dann erstmal an der Reihe mit Knuddeln 😉

Nur eine oder zwei Stunden spĂ€ter wurden wir auf unser Familienzimmer verlegt, wo wir erstmal ein wenig zur Ruhe kommen konnten. Es gab zum GlĂŒck die Möglichkeit, dass Tommy die ganze Woche mit im Krankenhaus ĂŒbernachten konnte. Ich hĂ€tte es extrem schade gefunden, wenn er jeden Abend nach Hause hĂ€tte fahren mĂŒssen und ich nachts alleine mit der neuen Herausforderung gewesen wĂ€re.

Die erste Nacht habe ich natĂŒrlich kaum geschlafen, weil alles so neu und aufregend war und die Babies natĂŒrlich auch immer mal wieder geschrien haben. Aber ich war noch so voller Adrenalin, dass ich gar nicht richtig gemerkt habe, wie mĂŒde ich eigentlich bin.

Die nĂ€chsten Tage waren vom gegenseitigen Kennenlernen und Aneinandergewöhnen geprĂ€gt. Auch das Stillen als große neue Aufgabe musste gelernt werden, was aber mit einigen Schwierigkeiten verbunden war. Es sollte sogar ein gesundheitliches Problem daraus entstehen, dazu aber mehr spĂ€ter. Da die beiden MĂ€use nicht richtig an der Brust trinken wollten, wurde recht schnell entschieden, dass sie erstmal per Fingerfeeding ernĂ€hrt werden sollen (kleiner Finger von uns in den Mund und dann Milch per Spritze in den Mund schieben) und ich parallel dazu Milch abpumpe, um die Milchproduktion anzuregen. Das funktionierte auch ganz gut, auch wenn das Fingerfeeding sehr umstĂ€ndlich und langwierig war. Aber wenigstens kam die Milchproduktion wie erwartet ein paar Tage spĂ€ter in Gang. Das Anlegen an die Brust funktionierte aber nach wie vor nicht richtig, so dass mir fĂŒr Zuhause dann auch eine Milchpumpe verschrieben wurde.

Als wir dann Samstag nach Hause durften, habe ich mir sofort eine Milchpumpe besorgt. Wir haben dann aber von Fingerfeeding auf Flasche umgestellt und ich nach wie vor abgepumpt. Ich habe in den folgenden Tagen dann immer wieder versucht, die Beiden an der Brust zu stillen, aber es hat einfach nicht funktioniert. Daher entschied ich mich recht schnell, zwar weiterhin abzupumpen, damit P. und T. trotzdem in den Genuss meiner Muttermilch kommen, diese aber nur per Flasche zu verfĂŒttern. Tja, nur dann wurde es Dienstag und ich bekam auf einmal Fieber, das sich bis Mittwoch immer weiter verschlimmerte bzw. immer schneller wieder zurĂŒckkam. Ich rief dann meine Hebamme in der Klinik an, die Mittwoch dort Dienst hatte. Sie bat mich, in die Klinik zu kommen, damit mir Blut abgenommen werden kann und sie mal einen Blick auf meine Brust werfen kann. Gesagt, getan… Und dann stellte sich sehr schnell heraus, dass ich eine sehr heftige BrustentzĂŒndung habe und sofort im Krankenhaus bleiben muss. Um die Heftigkeit darzulegen: es gibt einen Blutwert, der normalerweise bei unter 1 liegt. Bei mir lag er bei 14 (!!!!).

Ich wurde also sofort stationĂ€r aufgenommen und bekam intravenös Antibiotika verabreicht. Parallel dazu musste ich abstillen, da ich unter diesen UmstĂ€nden nicht mehr weiter abpumpen und die Beiden mit Muttermilch fĂŒttern konnte.

Am Donnerstag ging es mir dann noch sehr schlecht und ich hatte zwischenzeitlich Fieber von fast 40 Grad. Zum GlĂŒck hat sich Tommy an dem Tag voll um die Beiden gekĂŒmmert, so dass ich mich ausruhen und viel schlafen konnte. Schon am Abend ging es mir besser und das Fieber war ab Donnerstag Abend komplett verschwunden. Auch so erholte ich mich schnell von dieser fiesen EntzĂŒndung, auch dank Tommy, der mir viel Arbeit abgenommen hat, indem er sich um die Kinder kĂŒmmerte. Leider musste ich noch bis heute in der Klinik bleiben, auch wenn es mir ab Freitag eigentlich schon wieder blendend ging. Aber der EntzĂŒndungswert lag Samstag immer noch bei 13, so dass die Ärztin mich verstĂ€ndlicherweise noch nicht gehen lassen wollte.

Heute wurde ich aber endlich entlassen und es geht mir bestens. Ich muss jetzt noch ein paar Tage Antibiotika nehmen, aber die EntzĂŒndung ist eigentlich schon weg. Ich hoffe nun darauf, dass wir die Zeit zusammen einfach nur noch genießen können ohne weitere ZwischenfĂ€lle.

Auch wenn ich es irgendwie schade finde, dass es mit dem Stillen nicht geklappt hat, so sehe ich auch die Vorteile, die Kinder mit der Flasche aufzuziehen. Es ist natĂŒrlich einmal eine große Zeitersparnis, was nachts besonders angenehm sein dĂŒrfte. Vor allem finde ich es gut, dass ich zeitlich etwas ungebundener bin und ich ab sofort wieder alles essen und trinken kann, was ich will 🙂 Und: wenn wir die Kinder mal fĂŒr ein paar Stunden abgeben, kann auch jeder andere sie fĂŒttern. Also alles halb so wild 😉

Tja, die ersten zwei Lebenswochen von P. und T. sind heute rum und es ist schon jetzt so, dass ich mir ein Leben ohne die Beiden nicht mehr vorstellen kann und möchte. Es ist so wunderschön, mit ihnen zu kuscheln, sie im Arm zu halten oder auch einfach nur anzuschauen… Da geht mir immer wieder das Herz auf! Ich freue mich auf viele schöne Momente mit den beiden kleinen sĂŒĂŸen MĂ€usen 🙂

 

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