""

Blogparade: Anti-Tipps für Eltern

Wer kennt sie nicht, die „So kommen Sie gesund durch den Winter“ oder „Diese 10 Dinge machen alle erfolgreichen Menschen“-Artikel? Ich stolpere immer wieder darüber und bin mehr oder weniger erstaunt, wie ähnlich sich die Artikel doch meist sind. Vor allem treffe ich immer wieder auf „Tipps“, bei denen ich als Mutter nur lachen kann. Nicht, weil sie so lächerlich wären. Nein, weil sie als Eltern mit (Klein-)Kindern einfach meist überhaupt nicht realisierbar sind und ich mich daher auch oft frage, für wen die Artikel immer geschrieben werden (jedenfalls nicht für Eltern mit (Klein-)Kindern!).

Ich habe daher mal die für mich „kuriosesten“ Tipps gesammelt und möchte sie euch nun als „Anti-Tipps für Eltern“ präsentieren (also als Tipps, die Eltern meist nicht sonderlich viel nützen, da sie im Alltag mit Kindern z.T. nur schlecht oder auch gar nicht umzusetzen sind):

1) „Achten Sie auf ausreichend Schlaf“

Hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha …….. (ich muss Luft holen) ……….. hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha!!!!!

Eigentlich muss ich dazu überhaupt nichts mehr sagen, da wohl alle Eltern mit dieser Problematik ausreichend konfrontiert werden. Wir können uns zwar glücklich schätzen, dass inzwischen geschätzte 90% aller Nächte ohne „Zwischenfälle“ verlaufen. Dennoch kann ich nicht behaupten, ausreichend Schlaf zu bekommen, da dies bei mir als totales Murmeltier ohnehin sehr schwierig ist. Noch schlimmer wird es, wenn tatsächlich mal nächtliche Unterbrechungen stattfinden. Da kann es dann schon mal extrem haarig werden.

Ausreichend Schlaf für Eltern? Fehlanzeige!

2) „Besser als abends nach der Arbeit ist es, Sport noch vor der Arbeit zu treiben“

Hm, interessant…. Vom oben erwähnten Schlafdefizit mal abgesehen: wo bitte soll ich meine Kinder unterbringen? Mein Mann geht um 6.15 Uhr aus dem Haus. Spätestens dann müsste ich also vom Sport zurück sein, damit die Kinder nicht alleine sind. Gut, nicht jeder hat diese Situation, aber mal ganz ehrlich: welcher Mensch, der Kinder hat, die er für die Kita oder Schule morgens vorbereiten muss, hat denn noch Zeit, vor all dem Sport zu machen? Diesen Menschen, so es ihn denn gibt, möchte ich gerne mal kennenlernen!

3) „Stehen Sie etwas früher auf, um entspannt in den Tag zu starten“

Früher aufstehen führt bei mir zum totalen Gegenteil: absolute Un-Entspanntheit! Ich bin ein Morgenmuffel sondergleichen und kämpfe um jede einzelne Minute, die ich länger schlafen kann. Außerdem bin ich nun mal ein Langschläfer! Erfolgreiche Menschen mögen ja von mir aus um 5 Uhr aufstehen. Mein „Erfolg“ hängt aber eben gerade (mit) davon ab, lange schlafen zu können. Das oben diskutierte Schlafproblem brauche ich an dieser Stelle eigentlich auch nicht mehr zu erwähnen….

4) „Es sollte einen Tag in der Woche geben, an dem Sie absolut nichts tun“

Diesen Satz habe ich vor Kurzem in einem Artikel gelesen, den ich an sich sehr gut fand. Es ging darum, dass die Menschen verlernen, einfach mal nichts zu tun und ihren Gedanken nachzuhängen. Also wirklich NICHTS: nicht lesen, nicht Musik hören, kein Smartphone benutzen, NICHTS (naja, außer atmen, essen, trinken und pinkeln vielleicht). An sich ein guter Gedanke, aber: hahahaha…. Nein, ich werde jetzt nicht wieder in eine Lachsalve verfallen! Wer (kleine) Kinder hat, weiß, dass den ganzen Tag nichts tun keine wirkliche Option ist. Da ist man froh, wenn man mal eine Minute ungestört aufs Klo gehen oder seinen Tee trinken kann. Den ganzen Tag auf der Couch rumliegen und seinen Gedanken nachhängen ist da einfach nicht drin!

5) „Ernähren Sie sich gesund“

Nun ja, zugegeben: dies ist der einzige Punkt, der mir meist doch ganz gut gelingt. Ich achte sehr auf gesunde Ernährung und merke es auch sehr schnell, wenn ich mal ein oder zwei Tage viel „Schrott“ zu mir genommen habe. Dass mir gesunde Ernährung ganz gut gelingt, liegt aber nicht daran, dass ich mir dafür im Gegensatz zu den anderen Dingen entsprechend Zeit nehme. Nein, es liegt schlicht und ergreifend daran, dass dies die einzige „Aktivität“ ist, die nicht so sehr von den Kindern abhängig ist. Was ich z.B. in der Kantine esse, liegt ganz allein in meiner Verantwortung und ich habe generell einen großen Einfluss darauf, wie ich mit diesem Thema umgehe. Dennoch ist im stressigen und meist doch gehetzten Alltag manchmal das Pizzabaguette aus dem Ofen die schnellere, wenn auch eindeutig nicht die bessere Wahl. Es lässt sich aber nicht immer vermeiden, dass ich aus Zeitgründen auch mal Ungesundes zu mir nehme und kann daher sehr gut nachvollziehen, wenn viele Eltern mit der Durchführung dieses Tipps doch teilweise so ihre Schwierigkeiten haben.

6) „Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft“

Mein Alltag sieht derzeit so aus, dass ich die Kinder gegen 8 Uhr in die Kita und von dort direkt weiter 45 Minuten zur Arbeit fahre. Manchmal esse ich in der Kantine und komme dann aus dem Büro raus, wenn auch nur kurz. Es gibt aber auch Tage, an denen ich während der Arbeitszeit kaum oder gar nicht rauskomme. Gegen 15.30 Uhr mache ich mich dann auf den 45 minütigen Rückweg, natürlich wieder im Auto. Bis dahin habe ich mich den ganzen Tag noch nicht wirklich viel bewegt. Bis ich zuhause bin, ist es (zumindest derzeit) schon fast dunkel. Selbst wenn wir dann mit den Kindern noch rausgehen würden, wäre das nicht wirklich Bewegung. Denn jeder, der (kleine) Kinder hat, weiß: man kommt mit ihnen nicht weit und wenn doch, dann im Schneckentempo. Mit Bewegung an der frischen Luft hat das für mich aber nicht wirklich etwas zu tun.

Ich versuche, mehrfach pro Woche abends, wenn die Kinder im Bett sind, einen 30-45 minütigen Spaziergang zu machen (bzw. laufen zu gehen, aber davon kann ich derzeit wegen Dauerkrankheit nur träumen!). Aber manchmal bin ich nach einem langen und anstrengenden Tag auch einfach nur froh, endlich auf der Couch zu landen.

Ja, diesen Punkt habe ich wie den vorherigen etwas mehr in der Hand als die anderen vier. Dennoch ist es, zumindest jetzt im Winter, eindeutig schwerer für mich, viel Bewegung an der frischen Luft in den Alltag zu integrieren.

 

Es gibt sicher noch andere Sachen, die man in dieser Liste der „Anti-Tipps für Eltern“ ergänzen könnte. Welche fallen euch noch ein, die immer wieder in Artikeln auftauchen, bei denen ihr aber jedes Mal denkt „Das ist zwar toll, aber ich habe Kinder und daher ist das nicht realistisch“? Oder Tipps von Freunden, Bekannten, Kollegen, die ihr als Eltern für nicht realisierbar haltet? Ihr dürft sie gerne ergänzen im Rahmen einer Blogparade, die ich hiermit starte und die bis zum 18. Januar 2015 gehen soll. Dazu einfach einen Beitrag mit euren „Anti-Tipps“ schreiben und auf diesen Beitrag verlinken bzw. euren Artikel hier als Kommentar veröffentlichen. Ich werde alle Beiträge hier sammeln, so dass ihr alle „Anti-Tipps“ hier gesammelt nachlesen könnt. Ich bin sehr gespannt, welche Anti-Tipps zusammen kommen 🙂

 

Bisherige Beiträge

Von Herzen und Bunt – Die Sache mit den Tipps für Eltern

Kellerbande – [Blogparade] SO NICHT oder Anti-Tipps für Eltern

Blickpunkt Neurowissenschaften für Eltern – Anti-Tipps für Eltern

Die Rabenmutti – 5 Tipps Für Eltern, Die Einfach Nur Nerven! – Anti-Eltern Tipps Blogparade

10 Kommentare zu “Blogparade: Anti-Tipps für Eltern

Kommentar verfassen