Blogger für Flüchtlinge: Auch im Kleinen kann man was bewegen!

Ich habe mich lange zurück gehalten. Nicht aus Angst oder so. Sondern weil ich einfach ein wenig gebraucht habe, um meine Stimme für dieses Thema zu finden. Meine Position ist mir selber klar und war es die ganze Zeit. Aber ich konnte das nicht nach außen bringen. Heute kann ich es!

Ich komme gerade vom BarCamp Köln und es zeigt sich mal wieder, dass Barcamps eine fantastische Inspirationsquelle sind! Ich habe den ganzen Tag spannende Impulse mitgenommen und vor allem: mich mit absolut grandiosen Menschen unterhalten. Aufgrund der Aktualität ging es heute auch viel um die Themen Flüchtlingshilfe, „braune Suppe im Netz“ etc. Ich habe an ein paar Sessions zu diesen Themen teilgenommen und mich viel mit anderen Barcamp-Teilnehmern darüber unterhalten und habe einfach jetzt gemerkt, dass auch ich was sagen muss und will!

Mir geht es gar nicht so sehr darum, über den schrecklichen braunen Mob da draußen zu lamentieren. Sondern vielmehr darum zu zeigen, dass man auch mit ganz kleinen Aktionen etwas bewegen kann. Quintessenz einer Session heute war nämlich „Einfach machen!“ Und das hatte ich schon diese Woche getan und nichts darüber erzählt.

Es hatte schon einige Zeit in mir rumort und ich habe mich gefragt, wie ich denn was für Flüchtlinge tun kann. Allerdings ist die Zeit knapp (ja, das kann man auch als Ausrede sehen) und ich jongliere eh schon mit meinen Verpflichtungen. Ich finde aber, dass auch nicht jeder gleich das große Engagement vom Zaun brechen muss, auch wenn es ohne die Leute, die dies tun, einfach nicht geht. Meiner Meinung nach reicht es schon, wenn man sich aus der Deckung traut und sich einfach in etwas einklinkt, was einem im Bekanntenkreis über den Weg läuft.

So geschehen Anfang der Woche: Eine Bekannte, die Lehrerin ist, hatte auf Facebook einen Spendenaufruf gestartet. Einige ihrer Schüler engagieren sich bei den Falken, die sich derzeit auch viel um Flüchtlinge kümmern. Die suchen gerade nach Sachspenden in jeglicher Form. Da ich manchmal einfach einen persönlichen Bezug brauche, habe ich mich eingeklinkt und gefragt, ob auch Spielzeug, Kinderkleidung etc. gesucht wird. Ja, wurde es und mein Mann und ich haben ein recht großes Paket an Sachen für Flüchtlinge zusammengestellt, das wir ohnehin nicht mehr brauchten und eigentlich auf dem nächsten Kinderflohmarkt verkaufen wollten: Kinderkleidung, Spielzeug, Bettlaken, viiiiele Socken, ein Tretroller, ein Schaukelelch und ein Gitterbettchen mit Matratze. Nur zwei Tage später holte unsere Bekannte alles ab und sie wird alles nächste Woche mit ihren Schülern am Flüchtlingsheim abgeben (diese Woche hat es aus diversen Gründen noch nicht geklappt).

Es ist eigentlich keine große Sache, aber es ist wenigstens ein kleiner Beitrag. Der Beitrag, den ich momentan leisten kann. Ein Beitrag, der so klein ist, dass er keine Aufmerksamkeit erregt. Aber es ist ein Beitrag! Außerdem wurde spontan heute eine Spendenbox auf dem BarCamp aufgestellt, in der Geld für ein Flüchtlingsprojekt in Köln gesammelt wurde. Spontan, einfach so! Und auch ich haben einen kleinen Betrag gespendet. Auch hier wieder: klein – aber besser als nichts!

Denn wenn jeder von uns nur einen ganz kleinen Beitrag (nicht rein monetär bezogen, sondern Beitrag in jeglicher Form) leistet, kommt in der Summe viel zusammen. Klar kommen wir nicht ohne die ganzen Helfer aus, die sich derzeit die Nächte um die Ohren schlagen und sich voll reinhängen. Auch die muss es geben. Wenn man aber derzeit nicht mehr geben kann, ist ein Bisschen immer noch besser als gar nichts. Eine Kiste ist schnell gepackt, ein paar Euro schnell gespendet oder auch nur ein kurzer Tweet, um Aufmerksamkeit auf Projekte zu lenken, ist schnell geschrieben.

Jeder kann was machen, so klein die Aktion auch ist. Aber wenn jeder etwas macht, wird es groß! Deswegen: packt eine Kiste, twittert und facebookt, was das Zeug hält, spendet ein paar Euro – was auch immer! Es muss nicht das stundenlange Engagement sein, das ich enorm bewundere. Sondern einfach nur eine Kleinigkeit, die schnell erledigt ist. Teilt (im doppelten Sinne: die Botschaft und „Material“)! Denn auch hier ist die Devise. Sharing is caring!

Es kann so einfach sein und es ist nie zu spät! Ich habe auch einige Wochen gebraucht, um mich dem Thema anzunähern. Ich brauchte offenbar den persönlichen Bezug, um aktiv zu werden. Ich sehe es daher nicht als schlimm an, dass ich etwas länger gebraucht habe. Wenn ihr also auch noch nicht den Dreh habt derzeit: Das ist nicht schlimm! Vielleicht fragt demnächst jemand in eurem Freundeskreis nach einer Spende und die gibt euch dann den Kick. Wenn ihr jetzt das Gefühl habt, ihr wollt was tun, wisst aber (wie ich auch einige Zeit nicht), was ihr tun könnt und wollt: Euer Zeitpunkt wird kommen! Ich bin mir ganz sicher 🙂

So, und ich werde jetzt noch ein paar Euro an die Aktion „Blogger für Flüchtlinge“ spenden. Weil ich die Aktion so toll und wichtig finde. Spread the word!

Danke an dieser Stelle auch noch einmal an die Teilnehmer des BarCamp Köln für die vielen Inspirationen und tollen Diskussionen rund um diese ganze Thematik! Ihr ward alle großartig!

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